Koop-Bogartikelbild-Was gesagt wurde

“Was gesagt wurde, ist nicht das, was gehört wird…”

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Hast Du mich verstanden?
Verstehst Du, was ich meine?
Wissen wir nun alle, was zu tun ist?
Ist das für alle verständlich?

Viele Fragen von uns zielen darauf ab, Sicherheit zu bekommen, dass uns unser Gegenüber verstanden hat. Bedauerlicherweise sind die meisten dieser Fragen nicht dazu geeignet, wirklich zu prüfen, ob das, was gesagt wurde, auch das ist, was verstanden worden ist.

 

Unser Gehirn lässt uns eher das verstehen, was wir verstehen wollen, beziehungsweise können wir aufgrund unserer emotionalen Verfassung oft nicht aufnehmen, was unser Gegenüber sagen möchte. Hinzu kommt, dass die Person, die spricht, manchmal auch nicht in der emotionalen Lage ist, ihre Nachricht so zu formulieren, dass ausgesprochen wird, was gemeint ist. Auch kommt es vor, dass wir nicht wirklich wissen, was wir eigentlich gerade sagen wollen und dennoch reden. Was also tun?

Um hier in eine effiziente Kommunikation zu kommen und gegenseitiges Verständnis zu schaffen, nutzen wir die Frage “Kannst Du mir bitte sagen, was Du eben von mir gehört hast?” oder “Können wir die gesagten und besprochenen Inhalte nochmals kurz zusammenfassen?”. Diese Fragen aktivieren die Selbstreflexion und geben allen die Möglichkeit nochmals zu prüfen, ob die Nachricht bei allen Beteiligten gleich angekommen ist. Eine kleine Feinheit ist hier zu beachten. Da wir in unserer Kultur gewohnt sind, Vorwürfe zu hören, kann es sein, dass unser Gegenüber eben diese Frage als Vorwurf aufnimmt. “Wieso soll ich das wiederholen? Meinst Du ich kann Dir nicht zuhören?”, kann durchaus die Antwort sein. Um dieses Risiko zu vermeiden, erwähnen wir noch dazu, warum wir gerne hören würden, was von uns gehört wurde: Sicherheit, sich so ausgedrückt zu haben, wie wir das beabsichtigt haben. Das kann so lauten: “Weißt Du, mir ist wichtig, dass ich Sicherheit habe, mich so ausgedrückt zu haben, wie ich es meine. Magst Du kurz wiedergeben, was Du von mir gehört hast?”. Oder: “Ich bin mir gerade unsicher, ob ich das richtig ausgedrückt habe. Magst Du kurz sagen, was Du von mir gehört hast?”. Egal, ob das was dann wiedergegeben wird, aus unserer Sicht “richtig” oder “falsch” ist, ist ein Danke angebracht, denn unser Gegenüber ist unserer Bitte nachgekommen. Wenn also jemand durch die Wiedergabe klar macht, dass wir nicht verstanden wurden, können wir sagen: “Danke Dir, ich merke gerade, ich möchte mich noch einmal anders ausdrücken”, und dann kann ein weiterer Versuch angegangen werden.

Ob im persönlichen Gespräch oder in Besprechungen, immer dann, wenn wir wirklich wissen, dass wir verstehen oder verstanden worden sind, ist das eine Einzahlung auf das Beziehungskonto. Es wird Oxytocin ausgeschüttet (das Bindungshormon), das uns gelassener und kooperativer werden lässt.

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Cornelius "Conny" Scheier

Cornelius "Conny" Scheier

Conny ist seit 25 Jahren in der Förderung von Führungs- & Kooperationskompetenzen auf Bildungswegen tätig. Aus purem Eigeninteresse suchte er nach den Geheimnissen des Lenkens, Lehrens und Lebens auf Basis von Autonomie und Würde ohne „Muss & Soll“. Er liebt es, andere und sich selbst in der Entfaltung zu begleiten und tut dies mit einer ordentlichen Packung Humor. Seine Schwerpunkte liegen in der „Sprache der Kooperation" und „Führen mit Sinn". Er baut die Brücke von den aktuellen Erkenntnissen aus Neurowissenschaften, positiver Psychologie, Glücksforschung und kraftvollen Methoden der Personalentwicklung direkt in die Praxis für ein wertschätzendes und konstruktives Miteinander.

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